Talent-Show begeistert Schülerinnen und Schüler

von Tiroler Fachberufsschule Schwaz-Rotholz
23. Juni 2026

Talente-Show an der TFBS Schwaz-Rotholz begeistert Schülerinnen und Schüler

Heute fand an der TFBS Schwaz-Rotholz in der ersten Unterrichtsstunde eine besondere Talente-Show in unserer Aula statt. Auslöser für diese Veranstaltung war Dylan Annen (3fBK), der selbst französische Rap-Songs schreibt und singt. Mit dem Wunsch, einen seiner Songs vor der gesamten Schulgemeinschaft zu präsentieren, brachte er eine Idee ins Rollen, aus der schließlich eine abwechslungsreiche und inspirierende Talente-Show entstand.

Auf der Suche nach weiteren Talenten wurden die Dienstagklassen im Bereich Büro sowie die Einzelhandelsklassen angesprochen. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler erklärten sich bereit, ihre Begabungen vor Publikum zu präsentieren.

Den Auftakt machte Herr Lintner, Klassenvorstand der 2fBK. Da die Klasse ihren Schultag mittwochs hat und daher nicht anwesend sein konnte, stellte er stellvertretend das Projekt „Wir lassen uns nicht unterkriegen!“ vor. Begleitet von digital gestalteten Mutmach-Plakaten präsentierte er einen von den Schülerinnen und Schülern verfassten Text sowie den mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellten Klassensong. Die Botschaft des Projekts war klar: Auch schwierige Situationen können mit Zuversicht, Zusammenhalt und einem positiven Blick nach vorne bewältigt werden.

Anschließend begeisterte Moritz Wyhs aus der 1cEH mit einem gefühlvoll vorgetragenen Liebeslied. Ursprünglich hatte er geplant, seinen Gesang selbst auf der Gitarre zu begleiten. Aufgrund eines technischen Problems musste jedoch kurzfristig auf eine eingespielte Musikbegleitung zurückgegriffen werden. Davon ließ sich Moritz nicht aus der Ruhe bringen und überzeugte mit seiner ausdrucksstarken Stimme und einem souveränen Auftritt. Sein Vortrag wurde mit großem Applaus belohnt.

Einen besonders bewegenden Moment schuf Heike Riegler aus der 1cEH. In einem selbst verfassten Text über das Ehlers-Danlos-Syndrom gewährte sie persönliche Einblicke in ihren Alltag. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass sie nicht auf ihre Krankheit reduziert werden möchte, sondern als Mensch mit vielen Stärken, Interessen und Träumen gesehen werden will. Ihre offenen und mutmachenden Worte berührten das Publikum nachhaltig.

Für einen besonders unterhaltsamen Programmpunkt sorgte Herr Huter, unser Koordinator und technischer Leiter, der an diesem Vormittag nicht nur für die Musik- und Tontechnik verantwortlich war, sondern auch selbst auf der Bühne stand. Die Entstehungsgeschichte seines Liedes ist dabei ebenso originell wie das Lied selbst: Die Idee entstand gemeinsam mit einem guten Freund am Morgen nach einer etwas „verkürzten“ Nacht. Was als spontane Eingebung begann, entwickelte sich zu einem musikalischen Erinnerungsstück mit Kultcharakter. Sein Freund ist mittlerweile leider verstorben, doch die gemeinsame Kreativität und die Erinnerung an diese besondere Freundschaft leben in dem Lied weiter.

Unter dem Titel „Milfina“ wurden die Inhaltsstoffe eines ganz gewöhnlichen Milchprodukts auf humorvolle Weise musikalisch umgesetzt. Mit viel Witz, einem mitreißenden Rhythmus und einer großen Portion Selbstironie zog Herr Huter das Publikum sofort in seinen Bann. Besonders der eingängige Refrain lud zum Mitsingen ein, sodass die Schülerinnen und Schüler rasch eingebunden waren und begeistert mitmachten. Schon nach kurzer Zeit wurde gemeinsam geklatscht, gesungen und gelacht. Die originelle Idee zeigte eindrucksvoll, wie Musik Menschen verbinden und für gute Stimmung sorgen kann.

Den Anstoß zur Talente-Show hatte Dylan Annen gegeben. Mit seinem selbst geschriebenen französischen Rap-Song „À quoi bon?“ („Wozu noch?“) präsentierte er einen nachdenklichen Text über Enttäuschungen, Verletzungen und die Herausforderungen des Lebens. Gleichzeitig vermittelte sein Lied eine hoffnungsvolle Botschaft: Auch in schwierigen Zeiten können Liebe, Zuversicht und die Suche nach dem eigenen Lebenssinn neue Kraft geben. Mit seinem authentischen Auftritt berührte er das Publikum und zeigte eindrucksvoll, wie Musik persönliche Erfahrungen ausdrücken kann.

Für einen weiteren musikalischen Höhepunkt sorgte Sina Hofmann aus der 3aEH mit ihrem Tenorhorn. Mit zwei Stücken aus unterschiedlichen Genres, modern und böhmisch zeigte sie ihr Können und ihre Vielseitigkeit. Besonders bei den schwungvollen Blasmusikstücken sprang der Funke sofort auf das Publikum über – viele Schülerinnen und Schüler klatschten begeistert im Takt mit. Bewundernswert war die Leichtigkeit, mit der sie ihrem großen und nicht ganz leicht zu spielenden Instrument wunderschöne Klänge entlockte.

Den stimmungsvollen Abschluss der Talente-Show gestaltete Herr Seidel mit seiner Klarinette. Mit dem Stück „Plaudereien auf der Parkbank“ nahm er die Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine musikalische Reise und machte spürbar, welchen Einfluss Musik auf unsere Gefühle und Stimmungen haben kann. Durch Melodie, Rhythmus und Klang entstanden Bilder und Emotionen, die jede und jeder auf ganz persönliche Weise erleben konnte. Sein feinfühliger Vortrag sorgte für einen gelungenen und nachdenklichen Ausklang der Veranstaltung.

Für die musikalische und technische Umsetzung der Talente-Show sorgte Herr Huter. Unterstützt wurde er dabei von Julian Heinecke aus der 3aEH, der ebenfalls wesentlich zum Gelingen der Veranstaltung beitrug.

Die Talente-Show zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig die Talente an unserer Schule sind. Musik, Texte, Kreativität und persönliche Geschichten sorgten für einen abwechslungsreichen Vormittag, der allen Beteiligten viel Freude bereitete und noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Die Schulleitung bedankt sich herzlich bei allen Mitwirkenden, die mit Mut, Kreativität und Engagement zum Gelingen dieser besonderen Veranstaltung beigetragen haben.

 

Leben mit dem hypermobilen Ehlers-Danlos-Syndrom (hEDS)

Was ist hEDS?

Das hypermobile Ehlers-Danlos-Syndrom (hEDS) ist eine angeborene Erkrankung des Bindegewebes. Die Gelenke sind häufig deutlich beweglicher als gewöhnlich, wodurch Schmerzen, Instabilität und Verletzungen entstehen können.

Viele Betroffene leiden zudem unter starker Erschöpfung (Fatigue), sodass selbst alltägliche Aufgaben wesentlich mehr Energie kosten, als Außenstehende vermuten.

Das Bindegewebe ist das Stütz- und Verbindungsnetz unseres Körpers. Es gibt Haut, Gelenken, Muskeln und Organen Halt und Stabilität. Ist dieses Gewebe verändert, kann sich das auf viele Bereiche des Lebens auswirken.


Wie fühlt sich das Leben mit hEDS an?

Ein persönlicher Text von Heike


„An manchen Tagen frage ich mich, ob ich es überhaupt aus dem Bett schaffe.“

An manchen Tagen fühlt sich schon das Aufstehen an,
als würde ich einen Berg erklimmen –
mit Steinen in den Taschen
und Gewichten auf den Schultern.


Und ja – an anderen Tagen lache ich.

Ich tanze.

Ich treffe Freunde.

Ich mache Witze.

Ich genieße mein Leben.

Und dann schauen mich Menschen an und denken:

„So krank kann sie doch gar nicht sein.“


Unsichtbar heißt nicht gesund

Aber Krankheiten tragen nicht immer ein Gesicht.

Manche sind unsichtbar.

Manche verstecken sich hinter einem Lächeln.

Hinter geschminkten Augen.

Hinter einem:

„Mir geht's gut.“


Was niemand sieht

Die Rechnung, die später kommt.

Drei Tage Erschöpfung.

Drei Tage Schmerzen.

Drei Tage, in denen selbst Haare kämmen zu viel sein kann.

Nicht, weil ich faul bin.

Nicht, weil ich mich anstelle.

Sondern weil mein Körper Grenzen setzt,
die ich mir niemals ausgesucht habe.


Immer wieder erklären

Ich erkläre.

Immer wieder.

Warum ich absagen muss.

Warum ich Pausen brauche.

Warum ich zehnmal nachfrage,
ob das Essen wirklich glutenfrei ist.

Warum selbst ein Arzttermin
mich für den Rest des Tages außer Gefecht setzen kann.

Und manchmal wünsche ich mir,
ich müsste mich nicht ständig rechtfertigen.

Manchmal wünsche ich mir,
Menschen würden einfach glauben,
dass etwas schwer sein kann,
auch wenn man es nicht sieht.


Zähne zusammenbeißen?

„Zähne zusammenbeißen“ ist keine Lösung.

Zähne zusammenbeißen bedeutet für mich nicht Stärke.

Zähne zusammenbeißen bedeutet Schmerz.

Zähne zusammenbeißen bedeutet,
dass mein Körper irgendwann die Notbremse zieht.


Aber…

Und trotzdem …

Ich bin mehr als meine Erkrankung.

Mehr als Diagnosen.

Mehr als Arztberichte.

Mehr als Schmerz.

Ich lebe mit dem Ehlers-Danlos-Syndrom.

Aber ich lasse mich nicht vom Ehlers-Danlos-Syndrom definieren.

Ich empfinde Lebensfreude.

Ich liebe es, mit Freunden unterwegs zu sein.

Ich lache.

Ich träume.

Ich plane.

Ich lebe.

Vielleicht anders als viele andere.

Vielleicht mit mehr Pausen.

Vielleicht mit mehr Rücksicht auf meinen Körper.

Aber nicht mit weniger Hoffnung.

Nicht mit weniger Lebensfreude.

Und ganz sicher nicht mit weniger Mut.


Denn…

„Meine Krankheit ist ein Teil meines Lebens.
Aber sie ist nicht mein Leben.“


Vielen Dank für Ihr Interesse.

Heike